Heute: 18.11.2018 - 10.04
Betoninstandsetzung    SIVV

• SIVV:   Schützen - Instandsetzen - Verbinden - Verstärken



Grundlagen (VII)

  • Oberflächenschutz

Das SIVV-Handbuch beschreibt das Thema wie folgt: "Oberflächenschutz dient der Erhöhung der Dauerhaftigkeit der Betonbauteile gegen eine Vielzahl von äußeren Einwirkungen bzw. Beanspruchungen und ist Teil von Instandsetzungsarbeiten."

Der Oberflächenschutz sollte so ausgerichtet sein, dass er für nicht begeh- und befahrbare als auch für begeh- und befahrbare Betonflächen und nach Möglichkeit auch rissüberbrückend eingesetzt werden kann. Das kann weder von einem Material noch von einer bestimmten Anwendung erfüllt werden. Die Regelwerke sehen deshalb unterschiedliche Stoffe, unterschiedliche Ausführungsmöglichkeiten und unterschiedliche Kombinationen von Stoffen und Anwendungen - den Oberflächenschutzsystemen - vor.

Die unterschiedlichen Ausführungsmöglichkeiten eines Oberflächenschutzes werden wie folgt definiert:


  • Hydrophobierung
    Diese Art der Oberflächenbehandlung stellt die schwächste Form des Oberflächenschutzes dar. Die dabei verwendeten Materialien Silane, Siloxane und
    nur noch selten Silikone (eher für Naturstein) benetzen die Poren des Betons nur teilweise und machen ihn wasserabstoßend. Hydrophobierungen werden mit "echten" Lösemitteln bzw. Wasser als Lösemittel angeboten und sind füllstofffrei. Die meisten wässrigen Produkte werden als Konzentrat geliefert und müssen vor der Anwendung mit Wasser verdünnt werden. Besonders die maximalen Betontemperaturangaben der Hersteller (i.d.R. 25°C) sind beim Auftrag auf die Betonunterlage zu beachten.


  • Imprägnierung
    Diese Methode kleidet die Porenwände des Betons komplett aus und wird als verfestigende Imprägnierung bezeichnet. Werden die Poren dabei komplett geschlossen, so liegt eine porenfüllende Imprägnierung vor, die auch als Versiegelung bzw. Grundierung bezeichnet werden kann. Als Produkte werden Acryl-, Epoxid- und Polyurethanharze lösemittelhaltig, lösemittelfrei, pigmenthaltig und pigmentfrei eingesetzt. Soweit vom Produkthersteller nicht anders angegeben, soll die Mindesttemperatur beim Auftrag der Stoffe 8°C nicht unterschreiten.

  • Beschichtung
    Ziel einer Beschichtung ist die Herstellung einer geschlossenen Schutzschicht auf der Betonunterlage. Eine Beschichtung besteht in der Regel aus mehreren Lagen verbunden mit einer vorhergehenden Grundierung. Sogenannte Kratzspachtelungen werden bei rauen Unterlagen als Egalisierung vor dem Auftrag von relativ dünnen Schichten eingesetzt. Speziell bei risseüberbrückenden Beschichtungen wird zwischen elastischen Zwischenschichten, Verschleißschichten mit oder ohne Deckversiegelungen unterschieden.
    Geeignete Materialien sind entsprechend der Anforderungsvielfalt z.B. Acrylate als Dispersionen bzw. als Lösungen, modifizierte Polurethane und Epoxidharze. Ferner werden zementhaltige kunststoffmodifizierte Mischungen verwendet. Die Temperaturen der Betonflächen und der unmittelbar darüber liegenden Luftschichten müssen in der Regel mindestens 8°C betragen und  3 K über der Taupunkttemperatur (siehe auch Anhang: Taupunkt) liegen. Eine Ausnahme stellen zementgebundene Produkte dar. Hier muss die Temperatur des Betons und der Luft mindestens 5°C betragen.


  • Zusammenfassung:   
  • Der Oberflächenschutz von Betonflächen kann im Wesentlichen in drei Methoden gegliedert werden:
    • Hydrophobierung
    • Imprägnierung (Grundierung|Versiegelung)
    • Beschichtung
  • An Materialien stehen eine Vielzahl von Produkten zur Verfügung, z.B.:
    • Reaktionsharze: Epoxid (EP), Polyurethan (PUR), Acrylat (AY), Polyester (UP)
    • Polymerlösungen, Polymerdispersionen
    • Silane, Siloxane, Silikone
    • zementöse Produkte

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Bücher

SIVV-Handbuch
Herausg: Ausbildungsbeirat Verarbeiten von Kunststoffen

Kunststoffe für den Bautenschutz und die Betoninstandsetzung:
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Autoren: Rolf P. Gieler, Andrea Dimmig-Osburg

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