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SIVV-Handbuch
Herausg: Ausbildungsbeirat Verarbeiten von Kunststoffen

Kunststoffe für den Bautenschutz und die Betoninstandsetzung:
Der Baustoff als Werkstoff
Autoren: Rolf P. Gieler, Andrea Dimmig-Osburg

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Betoninstandsetzung    SIVV

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Klassische Betoninstandsetzung (II)

  • Korrodierte Bewehrung strahlen

Die Entrostung der Stahloberfl√§chen darf nur mit mechanischen Verfahren (Strahlen) erfolgen und muss vor Auftrag des Korrosionsschutzes mindestens den Oberfl√§chenvorbereitungsgrad Sa 2 ½ (DIN EN ISO 12 944-4) aufweisen. Stahlfl√§chen, die keine Korrosionsschutzbeschichtung erhalten, m√ľssen mindestens Sa 2 entsprechen.

Fotografische Vergleichsmuster gestrahlter Stahloberflächen:


linkes Bild: Sa 2½

rechtes Bild: Sa 2

Wie aus den Vergleichsmustern zu ersehen ist, bedeutet Sa 2½ eine absolut blanke Oberfl√§che ohne Rostr√ľckst√§nde. Beim Oberfl√§chenvorbereitungsgrad Sa 2 k√∂nnen noch Rostr√ľckst√§nde in den Vertiefungen vorhanden sein.



  • Korrosionsschutz auftragen

Unmittelbar nach dem Entrosten der Bewehrung ist ein Korrosionsschutz auf die Bewehrung aufzutragen. Hierzu sind ausschlie√ülich gepr√ľfte Produkte auf der Basis von Epoxidharz bzw. auf mineralischer Basis (zement√∂s) zugelassen.

Epoxidharze k√∂nnen nach dem 2. Anstrich zur Verbesserung der Haftung mit dem Betonersatzstoff bzw. der Haftbr√ľcke mit feuergetrocknetem Quarzsand abgesandet werden. Ob eine Absandung in den noch frischen Epoxidharzanstrich vorgenommen werden muss, sollte von Fall zu Fall festgelegt werden. Unbedingt notwendig ist dies aber nicht. Grunds√§tzlich darf aber bei gew√ľnschter Absandung nur der zweite Korrosionsschutzauftrag abgesandet werden. W√ľrde man bereits den ersten frischen Anstrich absanden, k√∂nnte Quarzsand beim Anwerfen bis auf die Bewehrung durchdringen und damit den Korrosionsschutz aufheben. Der zweite Korrosionsschutzauftrag muss unbedingt innerhalb der vom Hersteller vorgegebenen Wartezeit erfolgen, da sonst keine Haftung mehr zum Erstanstrich erfolgt.   

Zement√∂ser Korrosionsschutz ben√∂tigt keine Absandung, muss aber immer zweischichtig in einer Dicke von mindestens gesamt 1000 μ = 1 mm aufgetragen werden.

Wenn vereinbart, kann die mineralische Beschichtung auf eine nur mit dem Oberfl√§chenvorbereitungsgrad Sa 2 gestrahlte Bewehrung aufgebracht werden. Diese Vorgehensweise entspricht momentan zwar nicht den Regelwerken, wird aber √ľberwiegend in der Praxis mit gutem Erfolg angewendet. Die Verwendung eines mineralischen Korrosionsschutzes hat eine Reihe weiterer Vorteile, so z.B. darf der Stahl beim Auftragen des Materials noch etwas feucht sein, der zweite Auftrages ist nach Erh√§rtung des ersten Auftrages zeitlich unabh√§ngig aufzubringen, der Taupunkt spielt bei der Applikation keine Rolle und w√§hrend die Temperatur zum Zeitpunkt des Auftrages bei Epoxidharz mindestens 8 ¬įC betragen muss, gen√ľgen bei dem mineralischen System 5 ¬įC.


Der zement√∂se Korrosionsschutz muss unbedingt mit einem elektrisch betriebenen R√ľhrwerk gemischt werden, damit auch die darin enthaltenden Kunststoffanteile zur Wirkung kommen. Das Anr√ľhren, wie im Bild zu sehen, ist nicht zul√§ssig.

unzulässiges Mischen eines
zementösen Korrosionsschutzes

 

linkes Bild:
Auftrag des mineralischen
Korrosionsschutzes

rechtes Bild:
fertiger Anstrich

Der Auftrag des Korrosionsschutzes soll m√∂glichst ohne das Einschmieren des Untergrundes erfolgen. Speziell bei der Verwendung von Epoxidharz k√∂nnen sich hierdurch Haftungsprobleme ergeben. An den seitlichen Einbindungspunkten der Bewehrung soll der Korrosionsschutz aber um einige Millimeter   auf den Betonuntergrund gestrichen werden. Diese Stelle ist ein besonders kritischer Punkt, da hier der alkalische Betonersatz mit dem karbonatisierten Beton in Ber√ľhrung kommt. Es ergeben sich Potentialunterschiede, die zu neuer Rostbildung f√ľhren k√∂nnen.


  • Zusammenfassung:   
  • Die Bewehrung muss lt. geltenden Regelwerken vor Auftrag des Korrosionsschutzes dem Oberfl√§chenvorbereitungsgrad Sa 2 ½ entsprechen. Bei Verwendung des zement√∂sen Korrosionsschutzes kann auch der Oberfl√§chenvorbereitungsgrad Sa 2 vereinbart werden.
  • Der Korrosionsschutz darf nur mit Epoxidharz oder mit einem zement√∂sen System ausgef√ľhrt werden. Wenn Epoxidharz verwendet wird, muss der Stahl den Oberfl√§chenvorbereitungsgrad Sa 2 ½ aufweisen und absolut trocken sein.

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