Heute: 17.08.2022 - 09.08
Hält aus Gewohnheit!
Bücher

SIVV-Handbuch
Herausg: Ausbildungsbeirat Verarbeiten von Kunststoffen

Kunststoffe für den Bautenschutz und die Betoninstandsetzung:
Autoren: Rolf P. Gieler,
Andrea Dimmig-Osburg

Rissbildungen im
Stahlbetonbau
Autoren: St. Röhling,
H. Meichsner

Erhaltung von Betonbauwerken
Autoren: M. Raupach,
J. Orlowsky

↓ Betonman ↓
Werde
Betoninstandsetzer

Betonman



Für Ihre Anregungen bzw. Hinweise

Kontaktformular:
G. Swatek

Betoninstandsetzung    SIVV

• SIVV:   Schützen - Instandsetzen - Verbinden - Verstärken


Klassische Betoninstandsetzung (II)

  • Korrodierte Bewehrung strahlen

Die Entrostung der Stahloberflächen darf nur mit mechanischen Verfahren (Strahlen) erfolgen und muss vor Auftrag des Korrosionsschutzes mindestens den Oberflächenvorbereitungsgrad Sa 2 ½ (DIN EN ISO 12 944-4) aufweisen. Stahlflächen, die keine Korrosionsschutzbeschichtung erhalten, müssen mindestens Sa 2 entsprechen.

Fotografische Vergleichsmuster gestrahlter Stahloberflächen
entsprechend DIN EN ISO 12 944-4:


linkes Bild: Sa 2½

rechtes Bild: Sa 2

Wie aus den Vergleichsmustern zu ersehen ist, bedeutet Sa 2½ eine absolut blanke Oberfläche ohne Rostrückstände. Beim Oberflächenvorbereitungsgrad Sa 2 können noch Rostrückstände in den Vertiefungen vorhanden sein.



  • Korrosionsschutz auftragen

Unmittelbar nach dem Entrosten der Bewehrung ist ein Korrosionsschutz auf die Bewehrung aufzutragen. Hierzu sind ausschließlich geprüfte Produkte auf der Basis von Epoxidharz bzw. auf mineralischer Basis (zementös) zugelassen.

Epoxidharze können nach dem 2. Anstrich zur Verbesserung der Haftung mit dem Betonersatzstoff bzw. der Haftbrücke mit feuergetrocknetem Quarzsand abgesandet werden. Ob eine Absandung in den noch frischen Epoxidharzanstrich vorgenommen werden muss, sollte von Fall zu Fall festgelegt werden. Unbedingt notwendig ist dies aber nicht. Grundsätzlich darf aber bei gewünschter Absandung nur der zweite Korrosionsschutzauftrag abgesandet werden. Würde man bereits den ersten frischen Anstrich absanden, könnte Quarzsand beim Anwerfen bis auf die Bewehrung durchdringen und damit den Korrosionsschutz aufheben. Der zweite Korrosionsschutzauftrag muss unbedingt innerhalb der vom Hersteller vorgegebenen Wartezeit erfolgen, da sonst keine Haftung mehr zum Erstanstrich erfolgt.   

Zementöser Korrosionsschutz benötigt keine Absandung, muss aber immer zweischichtig in einer Dicke von mindestens gesamt 1000 μ = 1 mm aufgetragen werden.

Wenn vereinbart, kann die mineralische Beschichtung auf eine nur mit dem Oberflächenvorbereitungsgrad Sa 2 gestrahlte Bewehrung aufgebracht werden. Diese Vorgehensweise entspricht momentan zwar nicht den Regelwerken, wird aber überwiegend in der Praxis mit gutem Erfolg angewendet. Die Verwendung eines mineralischen Korrosionsschutzes hat eine Reihe weiterer Vorteile, so z.B. darf der Stahl beim Auftragen des Materials noch etwas feucht sein, der zweite Auftrages ist nach Erhärtung des ersten Auftrages zeitlich unabhängig aufzubringen, der Taupunkt spielt bei der Applikation keine Rolle und während die Temperatur zum Zeitpunkt des Auftrages bei Epoxidharz mindestens 8 °C betragen muss, genügen bei dem mineralischen System 5 °C.


Der zementöse Korrosionsschutz muss unbedingt mit einem elektrisch betriebenen Rührwerk gemischt werden, damit auch die darin enthaltenden Kunststoffanteile zur Wirkung kommen. Das Anrühren, wie im Bild zu sehen, ist nicht zulässig.

unzulässiges Mischen eines
zementösen Korrosionsschutzes
Bild: Gerd Swatek

 

linkes Bild:
Auftrag des mineralischen
Korrosionsschutzes

rechtes Bild:
fertiger Anstrich

Bilder: Gerd Swatek

Der Auftrag des Korrosionsschutzes soll möglichst ohne das Einschmieren des Untergrundes erfolgen. Speziell bei der Verwendung von Epoxidharz können sich hierdurch Haftungsprobleme ergeben. An den seitlichen Einbindungspunkten der Bewehrung soll der Korrosionsschutz aber um einige Millimeter   auf den Betonuntergrund gestrichen werden. Diese Stelle ist ein besonders kritischer Punkt, da hier der alkalische Betonersatz mit dem karbonatisierten Beton in Berührung kommt. Es ergeben sich Potentialunterschiede, die zu neuer Rostbildung führen können.


  • Zusammenfassung:   
  • Die Bewehrung muss lt. geltenden Regelwerken vor Auftrag des Korrosionsschutzes dem Oberflächenvorbereitungsgrad Sa 2 ½ entsprechen. Bei Verwendung des zementösen Korrosionsschutzes kann auch der Oberflächenvorbereitungsgrad Sa 2 vereinbart werden.
  • Der Korrosionsschutz darf nur mit Epoxidharz oder mit einem zementösen System ausgeführt werden. Wenn Epoxidharz verwendet wird, muss der Stahl den Oberflächenvorbereitungsgrad Sa 2 ½ aufweisen und absolut trocken sein.

aktualisiert: 07.04.2022 | © 2012 - 2022
Pfeil links back | Home |Impressum| Kontakt | nach oben Pfeil nach oben