Heute: 18.11.2018 - 10.04
Betoninstandsetzung    SIVV

• SIVV:   Schützen - Instandsetzen - Verbinden - Verstärken



Grundlagen (VI)

  • Untergrundvorbereitung

Die Untergrundvorbereitung stellt einen wesentlichen Faktor für die Dauerhaftigkeit einer Betoninstandsetzung bzw. eines Oberflächenschutzsystemes dar. Aus nachstehenden Tabellen der ZTV-ING Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 ist zu entnehmen, dass verschiedene Verfahren für die Vorbereitung des Betonuntergrundes angewendet werden können.

Die Tabellen der ZTV-ING Ausgabe 2017 bzw. 2013 und der DAfStb-Richtlinie Ausgabe 2001 unterscheiden sich in den Angaben zum Flammstrahlen und Druckstrahlen bzw. Hochdruckwasserstrahlen. Ferner gibt es Unterschiede bzgl. der Benennung und Angaben zum Nebel- und Feuchtstrahlen.


Tabellen-Untergrundbearbeitung: ZTV-ING (Ausgabe 2013 bzw. 2017) Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4

Tabelle 2013/12 im PDF-Format Tabelle 2017/10 im PDF-Format


Folgende wesentliche Unterschiede zwischen den Angaben der ZTV-ING Ausgabe 2013 und 2017 sowie der DAfStb-Richtlinie Ausgabe 2001 sind vorhanden:

Die DAfStb-Richtlinie spricht vom Hochdruckwasserstrahlen und gibt den Mindestdruck mit 60 N/mm² an. Die ZTV-ING Ausgabe 2013 verwendet den Begriff Druckwasserstrahlen und gibt den Mindestwert mit 80 MPa = 80 N/mm² an.

In der ZTV-ING Ausgabe 2017 wurde das Hochdruckwasserstrahlen der Richtlinie angepasst und wird mit 60 N/mm²angegeben.
Die Untergrundvorbereitung mittels Flammstrahlen ist in der ZTV-ING Ausgabe 2017 nicht mehr aufgeführt.

Die Tabelle 5.6 (Verfahren für die Vorbereitung des Betonuntergrundes) im Entwurf der neuen DAfStb-Instandhaltungs-Richtlinie ist praktisch mit der Tabelle 3.4.2 (Verfahren für die Vorbereitung von Oberflächen) der ZTV-ING Ausgabe 2017 identisch.



  • Häufig angewendete Untergrundvorbereitungsverfahren

Beim Druckluftstrahlen bzw. Druckwasserstrahlen mit festen Strahlmitteln werden unterschiedliche Materialien verwendet, z.B. Schmelzkammerschlacke, Kupferhüttenschlacke, Nussschalengranulat, Glasgranulat.


Abbildungen: Schutzausrüstung, Totmannschaltung, Granulat
Bilder: BG Bau


  • Strahlen mit Granulat

Beim trockenen Druckluftstrahlen sind silikogene Strahlmittel (Quarzsand) mit einem Quarzgehalt von mehr als 2% verboten, da silikogener Staub erzeugt und eingeatmet werden kann.

Um eine Staubbildung durch das Abstrahlgut weitgehend zu vermeiden, wird häufig durch Hinzufügen von Wasser das Feuchtstrahlen bzw. Nebelstrahlen mit festen Strahlmitteln eingesetzt.

Bei Strahlarbeiten ist besonders auf die persönliche Schutzausrüstung zu achten (siehe Bild: Strahlerhelm mit Prallschutzüberzug, Schutzhandschuhe und Sicherheitsschuhe). Die beim Druckluftstrahlen zwingend vorgeschriebene Totmannschaltung bewirkt beim Loslassen einen weiteren Austritt von Strahlmitteln und gleichzeitig eine Druckentlastung des Strahlschlauches.


  • Druckwasserstrahlen/Hochdruckwasserstrahlen

Wie oben bereits beschrieben haben sich die aktuelle Richtlinie des DAfStb und die ZTV-ING Ausgabe 2017 mit der Bezeichnung Hochdruckwasserstrahlen und der Mindestdruckangabe von 60 N/mm² angeglichen. Vermutlich wird in der neuen Instandhaltungsrichtlinie noch zusätzlich der Begriff Höchstdruckwasserstrahlen (in der Praxis mit HDW abgekürzt) aufgenommen, ohne jedoch eine Festlegung zum Mindestdruck vorzunehmen. In der Praxis werden hierunter aber allgemein Drücke ab ca. 1500 bar verstanden.

Die Vorteile des Druckwasserstrahlens liegen in der Verwendung des Strahlmittels Wasser, wobei aber auch zusätzlich mit Granulat - bei geringerem Druck - gearbeitet werden kann. Die Staubfreiheit sowie die günstigere Vibrationsentwicklung bei der Anwendung sind sicher von Vorteil. Nachteilig kann sich auswirken, dass mit dem Wasser abgetragene Stoffe leichter ungefiltert in die Kanalisation gelangen können. Ferner kann sich der Wasseranfall speziell bei älteren Geräten mit hohem Wasserdurchsatz negativ auf das Baufeld auswirken.


links mit viel Wasser,
rechts mit wenig Wasser
Bilder: Manfred Schröder / Gerd Swatek


  • Kugelstrahlen

Speziell bei großen waagerechten Flächen (Brückentafeln, Hallenböden, Parkdecks) wird heute überwiegend das Strahlen mit festen Strahlmitteln bei gleichzeitigem Absaugen - das sogenannte Kugelstrahlverfahren - angewendet. Als Strahlgut werden in der Regel Metallkugeln aus verschiedenen Metallen verwendet, aus Gusseisen, Stahlguss oder Hartguss. Die Metallkugeln werden durch ein Schleuderrad mit hoher Geschwindigkeit auf den Boden geschleudert und unmittelbar danach mit den abgestrahlten Verunreinigungen und/oder Mörtel abgesaugt und maschinell getrennt. Die Metallkugeln können anschließend wiederverwendet werden.


Funktionsskizze | Bilder: Fa. Blastrac


  • Zusammenfassung:   
  • Welches Verfahren zur Bearbeitung des Betonuntergrundes angewendet werden kann, hängt sehr stark von den zu entfernenden Materialrückständen wie z.B. Epoxidharz, Acrylfarbe, Bitumen oder Zementmörtel ab.
  • Letztendlich wird fast in allen Fällen gefordert, dass artfremde Stoffe restlos entfernt sein müssen und eine raue Oberfläche vorliegt.
  • Lt. ZTV-ING muss "Das fest eingebettete grobe Gesteinskorn kuppenartig frei liegen".

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