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Schutz und Instandsetzung von Stahlbeton
7. Ausgabe 2015
Autor: Manfred Schröder

Dauerhaftigkeit von Beton
Autoren:
Jochen Stark, Bernd Wicht

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Autor: Kornelia Horn

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Betonersatz (IV)

  • SRM | SRC | Spritzbeton

Spritzbarer kunststoffmodifizierter Mörtel/Beton und Spritzbeton

Wie der Bezeichnung des Betonersatzstoffes bereits zu entnehmen ist, handelt es sich um einen spritzbaren RM/RC, der aber rezepturmĂ€ĂŸig der Anwendungsform angepasst ist. Das Hauptbindemittel ist hier ebenfalls Zement.

FĂŒr die Verarbeitung von Spritzmörtel und Spritzbeton mit Kunststoffzusatz sowie Spritzbeton nach DIN 18551 wird der DĂŒsenfĂŒhrerschein verlangt. Dieser besondere Nachweis soll sicherstellen, dass der Anwender ĂŒber ausreichende Kenntnisse und Fertigkeiten in der Verarbeitung dieser Betonersatzstoffe verfĂŒgt. In der praktischen PrĂŒfung muss dabei freigelegte Bewehrung mit SRM/SRC im Trocken- und/oder Nassspritzverfahren hohlstellenfrei eingespritzt werden.

Die beiden Spritzverfahren unterscheiden sich durch den Ort der Wasserzugabe im Spritzprozess. WĂ€hrend beim Trockenspritz-verfahren das Wasser an der DĂŒse zugefĂŒhrt wird, wird es beim Nassspritzen bereits bei der Mischung in der Spritzmaschine zugegeben.
Die Bezeichnung "Trockenspritzen" bezieht sich auf den wasserfreien, also trockenen Transport der Mischung im sogenannten DĂŒnnstrom mittels Druckluft durch den Schlauch (zu beachten ist die MindestschlauchlĂ€nge von 40 m).
Beim "Nassspritzen" wird der mit Wasser angemischte Mörtel mittels einer Schnecke oder mittels Kolbenpumpen im Dichtstrom durch den Schlauch zur SpritzdĂŒse transportiert. Die erforderliche Luftzugabe fĂŒr das Aufspritzen auf das Bauteil erfolgt beim Nassspritzen an der DĂŒse. Der wesentliche Vorteil beim Nassspritzverfahren liegt in dem geringeren RĂŒckprall, der geringeren Staubbildung und der gleichmĂ€ĂŸigeren Mischung an der DĂŒse gegenĂŒber dem Trockenspritz-verfahren. Letztgenanntes hat wiederum den Vorteil der möglichen grĂ¶ĂŸeren FörderlĂ€ngen.
Spritzbeton nach DIN 18551 wird in der Regel im Trockenspritz-verfahren angewendet.
  

SRM/SRC und Spritzbeton dĂŒrfen nicht auf BodenflĂ€chen (waagerechten oder schwach geneigten FlĂ€chen) gespritzt werden, da der RĂŒckprall aus dem Spritzmaterial eine undefinierte Schicht erzeugen wĂŒrde. Vorab definierte GĂŒteklassen lassen sich deshalb nicht erreichen.   


ZTV-ING | Schichtdicken von Spritzbeton

HaftbrĂŒcken werden vor dem Spritzen von Spritzbeton oder SRM/SRC nicht aufgetragen. Beim Spritzvorgang stellt sich diese von alleine ein, da beim Beginn des Spritzens zunĂ€chst das Grobkorn als RĂŒckprall herausfĂ€llt und sich damit zunĂ€chst durch die Feinstanteile automatisch eine HaftbrĂŒcke aufbaut. Wenn diese Schicht dick genug ist, bleibt auch das grobe Korn in der vorgespritzten Schicht hĂ€ngen und die vorgesehene Schichtdicke baut sich auf.  

Die Mindesttemperatur des Betonuntergrundes wird bei Spritzbeton und Spritzmörtel in den Regelwerken unterschiedlich angegeben. Bei Spritzbeton muss die Betonunterlage mindestens +3°C (ZTV-ING), bei SRM/SRC mindestens +5°C (TR) aufweisen.


  • Zusammenfassung:   
  • FĂŒr das Spritzen von SRM/SRC und Spritzbeton wird der DĂŒsenfĂŒhrerschein benötigt. Dieser soll sicherstellen, dass praktische Erfahrungen und Kenntnisse beim AusfĂŒhrenden vorliegen.
  • AbhĂ€ngig vom Einsatzort und vom geforderten Ergebnis wird das Trocken- oder Nassspritzverfahren angewendet. GrundsĂ€tzlich dĂŒrfen beide Verfahren wegen des RĂŒckpralls nicht in der Draufsicht auf waagerechten bzw. nur schwach geneigten FlĂ€chen verwendet werden.
  • HaftbrĂŒcken dĂŒrfen nicht aufgebracht werden. Diese bildet sich beim Spritzvorgang automatisch aus.
  • Die Schichtdicken von Spritzbeton sind obenstehender Tabelle zu entnehmen, die von SRM/SRC siehe Tabelle Betonersatzstoffe.
  • Die Betonunterlage muss bei der Anwendung von SRM/SRC +5°C, bei Spritzbeton +3°C betragen.

aktualisiert: 04.04.2022 | © 2012 - 2022
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