Heute: 18.11.2018 - 10.05
Betoninstandsetzung    SIVV

• SIVV:   Schützen - Instandsetzen - Verbinden - Verstärken



Betonersatzstoffe (III)

  • PCC bzw. RM/RC | Kunststoffmodifizierter Mörtel bzw. Beton.

In der Praxis werden überwiegend zementöse kunststoffmodifizierte Reparaturmörtel verwendet. Das Hauptbindemittel ist dabei der Zement. Die bereits erwähnten unterschiedlichen Einsatzorte (PCC I, PCC II bzw. RC, RM) des Mörtels erfordern unterschiedlich Produkte, bzw. angepasste Steifigkeiten des Mörtels, was im Rahmen der Zulässigkeit durch unterschiedliche Wasserzugabe weitgehend geregelt werden kann. Ferner werden bei PCC I bzw. RC maximale Korngrößen bis 8 mm und bei PCC II bzw. RM in der Regel kleinere Korngrößen verwendet.
Der Kunststoffgehalt beträgt weniger als 10% der Zementmasse und ist üblicherweise als Trockenpulver in der Sackkomponente enthalten (Bild 1)

Bild 1

Die Lieferung ist aber auch in getrennten Komponenten möglich, wobei dann die flüssige Kunststoffkomponente in abgestimmter Menge auf die Pulverkomponente geliefert werden muss (Bild 2). Bei Anlieferung der Pulverkomponente in Silos müssen Dosiereinrichtungen zum Einsatz kommen.

Bild 2

Die auf der Baustelle beliebteste Lieferform ist die Anlieferung im Sack (Bild 1), in dem alle Komponenten - außer Wasser - enthalten sind. Der Nachteil dieser Form liegt in der erforderlichen herstellungsseitigen Überdosierung des Kunststoffes und den damit verbundenen höheren Herstellkosten. Diese Überdosierung ist erforderlich, da erfahrungsgemäß auf der Baustelle kein hundertprozentiger Aufschluss (Reifezeit) der Kunststoffteilchen erfolgt. Ferner sind die Kunststofffestteilchen größer als in der flüssigen Phase, was den Wirkungsgrad erniedrigt.
Die in Bild 2 dargestellte Lieferform bedingt höhere Verpackungs- und Transportkosten und die Flüssigkomponente ist frostgefährdet. Mischungsfehler sind bei dieser Verpackungsform ebenfalls nicht auszuschließen.

Die Wirkungsweise des Kunststoffes im Abbindprozess (Hydratation) des Mörtels kann man sich vereinfacht entsprechend Bild 3 vorstellen.

Bild 3

Wie Bild 3 zeigt, werden durch die Kunststoffteilchen restliche Poren durch die Verfilmung verstopft, wodurch sich die Dichtigkeit des Mörtels und damit der Karbonatisierungswiderstand verbessern. Positiv beeinflusst werden weiterhin die Klebefähigkeit im Mörtelgerüst und die Haftung am Untergrund, dass Wasserrückhaltevermögen, das eine fast vollständige Hydratation des Zementes ermöglicht und letztendlich bewirkt der Kunststoff eine bessere geschmeidigere Verarbeitung des Mörtels.  
Dies sind nur einige der Vorteile der Kunststoffmodifizierung, die auch Auswirkungen auf den Feststoff haben, z.B. verbessertes elastisches Verhalten (niedriger E-Modul), höhere Biegezugfestigkeit, verbessertes Schwindverhalten und die bereits erwähnte verbesserte Dichtigkeit des Mörtels.


  • Zusammenfassung:   
  • In der Betoninstandsetzung werden überwiegend kunststoffmodifizierte Mörtel verwendet. PCC I und PCC II bzw. RC und RM erfordern unterschiedliche Produkte bzw. angepasste Steifigkeiten, was durch dosierte zulässige Wasserzugaben erreicht werden kann. Abhängig vom Einsatzort und der geforderten Schichtdicke werden auch unterschiedliche maximale Korngößen verwendet.
  • Die am häufigsten praktizierte Lieferform ist die mit allen Komponenten versehene ausschließliche Sackvariante, wobei auf der Baustelle nur noch das Wasser zugegeben werden muss. Die getrennte Anlieferung von Mörtelmischung im Sack und Flüssigkomponente im Kanister ist ebenfalls möglich. Bei beiden Varianten ergeben sich Vor- und Nachteile.
  • Die Verwendung von Kunststoff ergibt vorrangig eine bessere Verfilmung und damit eine höhere Dichtigkeit des Mörtels, was sich wiederum positiv auf den Karbonatisierungswiderstand auswirkt. Die höhere Dichtigkeit des Mörtels bewirkt auch eine Verbesserung des Wasserrückhaltevermögens, das wiederum eine gute Hydratation des Mörtels gewährleistet.

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