Heute: 17.08.2022 - 08.58
Betoninstandsetzung    SIVV

• SIVV:   Schützen - Instandsetzen - Verbinden - Verstärken


Betonersatz (II)

  • Beton | Spritzbeton

B eton nach DIN 1045-2 | DIN EN 206-1 ist ein klassischer Betonersatzstoff der lt. TR Instandhaltung in einer Dicke von mind. 6 cm und lt. ZTV-ING von mind. 5 cm eingebaut werden kann. Es ist darauf zu achten, dass das Größtkorn höchstens 1/3 der Schichtdicke beträgt.


Spritzbeton ist Beton nach DIN EN 14487 in Verbindung mit DIN 18551. Die erforderlichen Schichtdicken lt. TR Instandhaltung sind abhängig von den Altbetonklassen:


Schichtdicken von Spritzbeton nach
TR Instandhaltung
Einsatzbereich
Schichtdicke
[cm]
Altbetonklasse A5 >5,0
Altbetonklassen A2, A3, A4 >6,0

Schichtdicken von Spritzbeton nach ZTV-ING
Einsatzbereich
Schichtdicke [cm]
Einsatz von fehlendem oder geschädigtem Beton ≥3,0
Erhöhung der Betondeckung der Bewehrung bei Bauteilen mit nicht vorwiegend ruhender Belastung
(z.B. Brückenüberbauten)

≥5,0
Erhöhung der Betondeckung der Bewehrung bei Bauteilen mit vorwiegend ruhender Belastung (z.B. Unterbauten von Brücken
≥3,0

Beton - das gilt auch für Spritzbeton - ist für die statische Mitwirkung als Betonersatz zugelassen, da auch die Anforderungen an das Brandverhalten durch die Norm erfüllt werden. Beim Einbau von Beton und Spritzbeton ist auf eine gute Vorbereitung des Untergrundes zu achten.

Die Reprofilierung von Reparaturstellen mit Beton kann in fast allen Bereichen angewendet werden, wobei auf die Mindestschichtdicken zu achten ist. Bei Betonunterseiten und bei stark geneigten Flächen müssen aus anwendungspraktischen Gründen andere Ersatzstoffe verwendet werden.
Der Betonuntergrund ist rechtzeitig vorzunässen (beginnend bei 24 Stunden). Eine Pfützenbildung ist dabei unbedingt zu vermeiden. Die anschließend satt aufzubringende Haftbrücke (meist eine Zementhaftschlämme) ist auf den oberflächlich abgetrockneten aber noch matt-feuchten Betonuntergrund einzubürsten. Der Einbau des Ersatzbetons muss anschließend frisch in frisch erfolgen.

Die Reprofilierung von Reparaturstellen mit Spritzbeton kann wegen des Rückpralls beim Aufspritzen des Mörtels nicht bei waagerechten bzw. leicht geneigten Bodenflächen, die von oben angespritzt werden müssten, vorgenommen werden.
Wie beim Betonauftrag ist der Betonuntergrund rechtzeitig vorzunässen (beginnend bei 24 Stunden). Das Aufspritzen des Spritzmörtels erfolgt ebenfalls auf den oberflächlich abgetrockneten aber noch matt-feuchten Betonuntergrund. Eine Haftbrücke wird nicht verwendet.

Die Mindestnachbehandlung muss nach beiden oben genannten Normen - sofern die "Angaben zur Ausführung" nichts anderes aussagen - 5 Tage betragen.


  • Zementmörtel (CC) = NICHT kunststoffmodifizierter Mörtel

Die Kurzbezeichnung CC ist abgeleitet von "Cement Concrete" und ist keine offizielle Bezeichnung. Es liegt also ein Zementmörtel ohne Kunststoffmodifizierung vor.
Dieser Betonersatzstoff ist in der DAfStb-Richtlinie und damit in der TR Instandhaltung, aber nicht in der ZTV-ING geregelt. Letztgenannte lässt den CC folglich auch für ihre Instandsetzungs-
maßnahmen nicht zu.
Die TR Instandhaltung in Verbindung mit der DAfStb-Richtline verlangt, dass dieser im Regelfall werksmäßig hergestellt und lagerungsfähig verpackt wird. Für das Mischen, Verpacken, Liefern und Lagern der Trockenkomponente gilt die DAfStb-Richtlinie "Herstellung und Verwendung von Trockenbeton und Trockenmörtel." Die Schichdicken sind im Bereich von 20 - 40 mm auszuführen.
Zementmörtel wird in der Betoninstandsetzungspraxis kaum verwendet. Er hat gegenüber dem kunststoffmodifizierten Mörtel bzgl. seinen Kennwerten und auch seinen Verarbeitungseigenschaften deutliche Nachteile.


  • Zusammenfassung:   
  • Beton nach Norm kann als Betonersatzstoff ab einer Einbaudicke von 5 cm (ZTV-ING) bzw. 6 cm (TR) verwendet werden. Da der Einsatz nicht an der Betonunterseite und bei stark geneigten Flächen erfolgen kann, ist die Verwendungsmöglichkeit beschränkt.
  • Spritzbeton darf ebenso wie Spritzmörtel nicht auf Draufsichten und nur schwach geneigten Flächen gespritzt werden. Der Rückprall würde zu einer undefinierten Spritzschicht führen.
  • Der Zementmörtel CC ohne Kunststoffmodifizierung ist in der ZTV-ING nicht geregelt. Die Verwendung in der Praxis ist eher selten.

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7. Ausgabe 2015
Autor: Manfred Schröder

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Jochen Stark, Bernd Wicht

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Autor: Kornelia Horn

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aktualisiert: 15.04.2022 | © 2012 - 2022
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