Heute: 18.11.2018 - 10.05
Betoninstandsetzung    SIVV

• SIVV:   Schützen - Instandsetzen - Verbinden - Verstärken



Grundlagen (IV)

  • Instandsetzungsprinzipien

Die aktuelle DAfStb-Instandsetzungsrichtlinie nennt vier Instandsetzungsprinzipien, die neue noch nicht erschienene Instandhaltungsrichtlinie wird vermutlich elf Prinzipien benennen.
Bis zum Erscheinen der Instandhaltungsrichtlinie gilt die Instandsetzungsrichtlinie des DAfStb:

  • Instandsetzungsprinzip R (Repassivierung):
    Beruht auf der erneuten Bildung einer Passivschicht auf der Stahloberfläche durch Auftragen zementgebundener Instandsetzungsstoffe auf den Beton.
    Eine Beschichtung der Stahloberfläche, die eine Repassivierung verhindert, darf nicht aufgebracht werden.
  • Instandsetzungsprinzip W (Wasserreduzierung):
    Beruht auf der Absenkung des Wassergehaltes im Beton, d.h. die elektrolytische Leitfähigkeit wird soweit reduziert, dass die Korrosionsgeschwindigkeit vernachläßigbar klein wird.
    Regelmäßige Überwachung ist notwendig.
    Annahme: Keine Korrosionsschäden, wenn (fast) keine Wasseraufnahme über die Betonoberfläche erfolgt.
  • Instandsetzungsprinzip C (Coating):
    Beruht auf der Beschichtung der Bewehrung in Anlehnung an die Stahlbauregeln.
  • Instandsetzungsprinzip K (Kathode):
    Beruht auf der Beaufschlagung der Bewehrung mit Fremdstrom und/oder der Anordnung von Opferanoden.
    Die gesamte Bewehrung wird dabei kathodisch geschaltet. Da im Korrosionsfalle die Eisenauflösung im anodischen Bereich erfolgt, kann eine kathodisch geschaltete Bewehrung nicht rosten.

Weitere Gliederung von R
Das Instandsetzungsprinzip R wird in der Richtlinie nochmals gegliedert in

  • R1 = Behandlung einer gesamten Fläche
  • R2 = Behandlung einer lokalen Flächen


Weitere chloridbezogene Gliederung
Für chloridbelastete Bauteile gilt folgendes:

  • R1-Cl, R2-Cl, W-Cl, C-Cl
  • Ergänzend zu obenstehenden Ausführungen wird hier der Einfluss und die Behandlung chloridbelasteter Bauteile festgelegt.

Ob der Clorideinfluss in der Betondeckungsschicht bei dem instandzusetzenden Bauteil berücksichtigt werden muss, hängt lt. DAfStb-Richtlinie von folgenden Chloridgehalten ab:

  • Bei "normalen", sogenannten schlaff bewehrten Bauteilen über 0,5%
  • Bei Spannbetonbauteilen über 0,2%
  • bezogen auf den Chloridgehalt der Zementmasse.

Wenn diese Werte vorliegen, muss der sachkundige Planer die weitere Vorgehensweise festlegen.
Generell ist der Chloridgehalt bei gefährdeten Bauteilen zunächst überschläglich zu ermitteln. Werden hierbei Chloridgehalte von über 0,2% bezogen auf die Zementmasse ermittelt, so sind intensivere Untersuchungen erforderlich.


  • Zusammenfassung:   

Die Instandsetzungsrichtlinie des DAfStb nennt vier Instandsetzungsprinzipien:

  • R von Repassivierung oder Realkalisierung, bedeutet: Auftrag einer dicken alkalischen (zementösen) Beschichtung auf den Beton.
  • W von Wasserreduzierung, bedeutet: Auftrag einer Beschichtung auf den Beton.
  • C von Coating, bedeutet: Auftrag einer Beschichtung auf den Stahl.
  • K abgeleitet von Kathode, bedeutet: Die Bewehrung wird kathodisch geschaltet.

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